Abteilung JUDO

Pressemitteilung: Absage der Teilnahme am Finalturnier der Bundesliga

Judo-Club Rüsselsheim sagt Teilnahme am Bundesliga Turnier am 10.10.2020 ab.

Anfang vergangener Woche musste der Judo-Club Rüsselsheim leider die Entscheidung treffen die Teilnahme am Bundesliga Turnier am 10.10.2020 in Senftenberg abzusagen.

Grund hierfür sind im wesentlichen die aktuellen Unsicherheiten weiterer Einschränkungen im Rahmen der Corona Pandemie.

Vor einigen Tagen wurde dem Deutschen Judobund durch das örtlich zuständige Gesundheitsamt in Senftenberg die Hygienevorgaben und Einreisebestimmungen des Landes Brandenburg übermittelt.

Da hiervon die Planungen der Vereine abhing, wie die Teams aufgestellt werden können, wurde diese Auskunft sehnsüchtig erwartet.

Leider wurde schnell klar, dass die Einschränkungen, vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen der Corona-Neuinfektionen alles andere als gering sein würden und es lagen schnell bei den Verantwortlichen des JCR deutliche Zweifel vor, ob es im Rahmen der Hygienerichtlinien überhaupt Sinn macht beim Turnier zu starten.

Ausländische Athleten hätten wir nach derzeitigem Stand, nur aus den nordischen Ländern der EU (z.Bsp. Schweden) anfragen können. Überhaupt hätten wohl Kämpfer aus der Ukraine und Georgien generell ein Einreiseverbot gehabt und Athleten aus Großbritannien, Ungarn und evtl. auch Portugal und Spanien hätten im Zweifel eine Woche früher anreisen müssen, da aufgrund der Einreise aus einem Risikogebiet die Sportler sich hier in Deutschland direkt 5 Tage in häusliche Quarantäne begeben hätten müssen bis ein Corona Test gemacht werden dürfte.

Es fand folgend mit dem DJB und den teilnehmenden Vereinen eine Telefonkonferenz statt, woraus deutlich wurde, dass bereits in der Gruppe Süd, die Teams von Speyer und Abensberg und in der Gruppe Nord das Team von Hannover die Teilnahme abgesagt hatten.

Weiterhin gab es die Information, dass auch aufgrund der Vorgaben des Landes Brandenburg keine Hotels und Übernachtungseinrichtungen einreisende Sportler innerhalb Deutschlands aufnehmen dürfen, wenn diese aus Städten oder Landkreisen kommen deren RKI Wert die Grenze von 50 (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner) überschreitet. Auch diese Sportler hätten sich im Vorfeld in häuslicher Quarantäne aufhalten müssen und das Ergebnis eines Corona Tests abwarten müssen.

Die 50er Grenze hatte vor kurzem München überschritten, wo auch einige unserer Sportler leben und studieren.

Der Kreis Groß-Gerau lag diese Woche ebenfalls bereits schon bei einem Wert von 37.

Insofern war auch nicht sicher, ob man ein rein deutsches Team ins Turnier hätte schicken können.

Sicherheit wäre wohl nur gewährleistet, würde jeder Verein seine 25 gemeldeten Sportler und Betreuer 48 Std. vor Turnierbeginn auf das Corona Virus testen lassen.

Im Rahmen der Telefonkonferenz mit dem DJB hatten jedoch kleinere Vereine bereits signalisiert, dass dies aufgrund von Kostengründen nicht möglich wäre und ebenfalls einen Start am Turnier in Frage gestellt.

Von der deutschen Besetzung unserer Mannschaft hätte Kaderathlet Eduard Trippel wohl sogar eine Freistellung des Bundestrainers erhalten und hätte kämpfen dürfen.

Gerade vor dem Hintergrund der langen Wettkampfpause haben wir bis zum Schluss alles versucht, um eine Teilnahme zu realisieren und unseren Sportlern wieder Wettkämpfe zu ermöglichen.

Jedoch gab es auch Gewichtsklassen wie z.Bsp. die 60 Kg Klasse, wo letztlich die Frage unklar war, ob wir überhaupt einen Athlet stellen können.

Ausländer konnten wir aus genannten Gründen nicht risikolos nominieren und Para Olympic Kämpfer und Neuzugang Shugaa Nashwan, der sich selbst erst

nach einer Reiserückkehr aus seinem Heimatland Jemen vor wenigen Wochen mit dem Corona Virus infiziert hatte und sich aktuell noch im Aufbautraining befand, hätte wohl von seiner Bundestrainerin keine Freigabe für die Kämpfe in der Bundesliga erhalten.

Mit dem Risiko auf Bundesligaebene ggf. Gewichtsklassen nicht besetzen zu können, war eigentlich klar, dass wir uns so national nicht präsentieren wollen.

Da die meisten unserer Sportler noch 5-6 Kg Gewicht hätten reduzieren müssen, mussten wir leider in den letzten Tagen eine Entscheidung treffen.

Den entscheidenden Pendelauschlag zur Absage gab dabei auch im Rahmen einer kleinen Teamsitzung die Stimmung und Meinung aus der Mannschaft.

Wir haben letztlich nicht mehr die Motivation der Sportler gespürt am Turnier unbedingt teilnehmen zu wollen, gerade auch vor dem Risiko sich ggf. selbst

anzustecken und der Ungewissheit, ob nicht noch weitere Einschränkungen beschlossen werden würden oder weitere Teams zurück ziehen und dann am Ende Aufwand und Ergebnis zu weit auseinander liegen.

Wir hoffen dass wir im nächsten Jahr eine bessere Situation haben und vielleicht auch alle wieder etwas mehr zur Normalität zurückkehren können.

Marcel Müller

Teammanager Judo-Club Rüsselsheim

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